Kathrin Tarricone (FDP): 

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Gärtner sind Optimisten, sagt die Journalistin Meike Winnemuth, wie sympathisch.

(Wolfgang Aldag, GRÜNE: Das stimmt!)

Gärtnern ist eine Tätigkeit voll Vertrauen, dass es weitergeht und man seine Zukunft selbst in der Hand hält, sagt sie im Deutschlandfunk in der Sendung „Die Lust am Gärtnern“. Ein Garten lehrt Demut und Geduld. Er macht so seinen Besitzer, Nutzer, Bewirtschafter deutlich gelassener.

(Unruhe)

Wer in den Garten reinmarschiert und sagt, „Das muss alles klappen“, hört, wenn er ganz still ist    

(Unruhe bei der AfD-Fraktion)

- Es wäre jetzt ganz schön, wenn es hier ein bisschen stiller würde, ansonsten könnten wir uns das hier auch sparen.


Vizepräsident Wulf Gallert:

Dann warten Sie noch einmal ganz kurz. - Ich würde doch wirklich einmal darum bitten, dass der Geräuschpegel hier sinkt. Wenn es Dinge gibt, die unbedingt über zwei Reihen beredet werden müssen, dann können Sie das bitte auch draußen machen.

Jetzt versuchen wir es noch einmal, Frau Tarricone, bitte.


Kathrin Tarricone (FDP): 

Herzlichen Dank. - Ich sage meinen Satz noch einmal: Wer in den Garten reinmarschiert und sagt, „Das muss alles klappen“, hört, wenn er ganz still ist, wie sich die Natur schlapplacht. Schnecken fressen den Salat weg, Blattläuse bedrohen die Rosenblüte oder der Girsch versucht, die Weltherrschaft zu übernehmen.

(Heiterkeit bei der CDU)

Da kann auch der gelassene Gärtner einmal einen biblischen Zorn entwickeln. Verschiedene Pflanzenschutzmittel können hier zornmindernd wirken - Sie ahnen, dass ich das hier nicht ohne Hintergedanken sage. Wenn die erwähnten Mittel die ersehnten Möhren oder den Salat schützen, ist das genau das Pendant zum Acker und zu Landwirten.

(Zustimmung von Guido Heuer, CDU, und Guido Kosmehl, FDP)

Nichts anderes wollen die, nämlich die erwünschten Pflanzen schützen. - Das klingt doch alles ganz lehrreich und gut. Dass aber nicht alles gut ist, haben wir schon gehört. Zum Leerstand sage ich jetzt nichts.

Blickt der gelassene Gärtner, wie im Titel benannt, über den Gartenzaun, kann es passieren, dass er statt einer blühenden Oase oder einem Beet mit Tomaten, Salat oder Zucchini eine Brennnessel-, Goldruten- oder Brombeerwüste sieht. Neben kriechenden Ranken und Unmengen Unkrautsamen verursachen unbewirtschaftete Parzellen auch höhere finanzielle Aufwände für die restlichen Pächter. Es gibt also offensichtlich Handlungsbedarf, aber es müssen sicherlich auch Satzungen, die eher abschreckend als einladend wirken, entstaubt werden.

(Zustimmung von Wolfgang Aldag, GRÜNE)

Es braucht auch moderne Ideen zur Umgestaltung ungenutzter Parzellen oder ganzer Anlagen. 

Ich selbst habe als Planerin verschiedene Kleingartenanlagen im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen umgestaltet. Aus deprimierenden Flächen wurden schmucke, für den Artenschutz, die Erholungsnutzung und für den Erhalt alter Obstsorten wertvolle Streuobstbereiche. Das ist eine Möglichkeit, Überkapazitäten abzubauen und Flächen sinnstiftend umzunutzen. Darüber können wir uns gern in den Ausschüssen, die schon genannt wurden, unterhalten. - Herzlichen Dank.